Opel, einer der größten deutschen Automobilhersteller, gehört seit seiner Umwandlung in eine Aktiengesellschaft zu General Motors (GM). Seinen Unternehmenssitz hat Opel in Rüsselsheim und fertigt auch in Bochum, Kaiserslautern, Eisenach sowie in sechs weiteren Werken einiger Tochterfirmen GM´s in Europa. So kommt Opel auf über 25.000 Beschäftigte. (Stand 2009)

Im Laufe des Jahres bekundeten verschiedenste Parteien ihr Interesse am angeschlagenen Automobilkonzern. Anfang April hegte die Herrscherfamilie Abu Dhabis, die mit einem Fonds von rund 600 Milliarden Euro im Rücken und bereits bei Daimler ihre Finger im Spiel hat, Interesse. Mitte April war bereits im Gespräch, das sich Opel selbst aus der Krise zieht. GM ist mit ca. 300 Millionen Euro bei Opel verschuldet. Dieser Schuldenberg sollte durch einen „Tausch“ gegen Markenpatente der Marke GM bis 2017 getilgt sein. Nur ein Paar Tage später wurden Ambitionen des chinesischen Autoherstellers Geely laut. In der selben Woche bekundete auch Magna das erste Mal Interesse an Opel. Magna will zusammen mit der russischen Sberbank das Projekt Opel angehen.Auch Gaz, einer russischer Autobauer, würde sich gerne Magna anschließen. Auch Fiat würde gerne bei Opel einsteigen will aber nur eine Garantie auf die Opelwerke nicht auf die Beschäftigten geben. Mitte Mai gab es eine kleine Sensation. Deutsche Autohäuser erklären sich bereit pro verkauftem Opel 150 Euro zur Sanierung bereitzustellen.
Bis heute kristallisierten sich drei ernsthafte Investoren heraus. Zum ersten der kanadisch – österreichische Autozulieferer Magna, BAIC, ein kleiner chinesischer Autohersteller und RHJ International, ein Brüsseler Finanzinvestor, der dem US-Investor Rippelwood gehört.
Magna/Sberbank/Gaz: Magna plant 27,5 Prozent der Opel Aktien zu übernehmen. Weitere 27,5 Prozent sollen in den Besitz der Sberbank übergehen und zehn Prozent sollen im Besitz der Belegschaft verweilen. Die genaue Beteiligung der Gaz Gruppe, die selbst mit 700-800 Millionen Euro verschuldet sein soll, ist noch nicht geklärt. Magna will 500 – 700 Millionen in den Konzern investieren und hat eine Staatshilfe von 4,5 Milliarden angemeldet. Weiter sollen 10.000 Jobs gestrichen werden und Urlaubsgeld soll komplett wegfallen.
BAIC: Die Beijing Automotive Industry Corporation produziert selbst nur 12.000 Autos pro Jahr, erhofft sich durch Opel einen größeren Absatzmarkt. 2,64 Milliarden Euro Staatshilfe plus 660 Millionen Eigenkapital hätte BAIC für 51 Prozent der Aktien nötig. Die restlichen 49 Prozent sollen bei GM verbleiben. Europaweit müssten 7.500 Jobs gestrichen werden.
RHJI: Sollte der Brüsseler Investor bei Opel einsteigen, gehen 50,1 Prozent der Aktien für 275 Millionen Euro an RHJI, 39,9 Prozent behält GM und 10 Prozent sollen auch hier an die Beschäftigten gehen. Dazu wird jedoch eine Stütze vom Statt in Höhe von 3.8 Milliarden Euro benötigt. Des weiteren sollen 10.00o Stellen davon ca. 4000 in Deutschland gestrichen werden.
In den nächsten Tagen will General Motors für sich entscheiden wer der geeignetste Kandidat ist und mit der Bundesregierung in Kontakt treten. Bevorzugter Kandidat der Bundesregierung ist Magna, GM favorisiert RHJI. Die endgültige Entscheidung obliegt dem Treuhandgremium, das zur Zeit kommissarisch 65 Prozent der Aktien hält und zu gleichen Teilen aus GM und Deutschland besteht. Egal welcher Investor sich durchsetzt, fest steht, dass die Bundesregierung ein Milliardenpaket zur Sanierung bereitstellen muss.
Bild Quelle: p2news.com